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Illégal (2010)

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3 min. and 57 sec.
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Illégal ist der zweite Spielfilm von Olivier Masset Depasse, ein belgischer Regisseur, der 1971 in Charleroi geboren wurde. Der Film ist eine Koproduktion zwischen Belgien, Frankreich und Luxemburg, mit einem Gesamtbudget von circa 2,2 Millionen Euro. Die Produktion konzentrierte sich darauf, die äußerliche und menschliche Realität der Schauplätze und Filmfiguren bis ins kleinste Detail widerzuspiegeln, auch wenn das Abschiebegefängnis für Migranten, wo der Großteil der Handlung spielt, in einem leerstehenden Industriegebäude nachgebaut war.

Der Film wurde 2010 in der Reihe „Quinzaine des Réalisateurs“ bei den Festspiele in Cannes präsentiert, und in Belgien kandidierte er in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“ für den Oskar, auch wenn er letztlich nicht in die engere Auswahl der Top 5 kam.

Vor Illégal, hatte Masset Depasse bei zwei Kurzfilmen Regie geführt: im Jahr 2000 bei Chambre Froide, und 2004 bei Dans l’ombre. Die Hauptrolle spielt jeweils eine starke Frau, die ihre Ziele um jeden Preis erreichen will. Beide Filme erhielten großartige Kritiken, und gewannen bei diversen europäischen und internationalen Festivals circa 60 Preise und Auszeichnungen. Nach diesem Erfolg, verwirklichte der belgische Regisseur 2006 seinen ersten Spielfilm mit dem Titel Cages. Er erzählt die Geschichte einer leidenschaftlichen, aber zerstörerischen Liebe. Der Film wurde bei zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt, unter anderem in Toronto und Rom. In Belgien erfuhr er höchste kritische Würdigung, und erregte in der Öffentlichkeit große Begeisterung.

Eine direkte Verbindung zwischen Masset Depasses vorherigem Film und Illégal ist abermals die zentrale Rolle einer weiblichen Figur, die kämpfen muss, um ihre Identität und ihre Gefühle zu verteidigen. Doch das Auffälligste ist, dass in allen vier Filmen die weibliche Hauptrolle mit Anne Coesens besetzt ist. Der belgische Regisseur beschreibt die Schauspielerin: „Sie ist eine Stradivari. An solch einem Instrument ändert man absolut nichts. Man spielt damit, und verliert nie die Lust. Ich habe alle meine Filme mit ihr gedreht. Ich denke, ich weiß, wie eine Rolle überzeugend klingt, aber mit Anne gehe ich einen Schritt weiter. Mehr als bei anderen, bin ich bei ihr ein Schauspiel-Regisseur. Unsere Symbiose wirkt sich sehr positiv auf meine Filme aus, und ganz speziell auf diesen hier.“

Bei der Filmpräsentation erklärte Masset Depasse, wie er zu der Idee gekommen war, eine illegale Immigrantin als Mittelpunkt der Geschichte zu wählen. „In vielen Filmen wurde dargestellt, was Menschen auf sich nehmen, um hier in unserem Land zu bleiben. Eines Tages bemerkte ich, dass ich nur 15 Kilometer von einem Abschiebegefängnis wohnte, wo Menschen ohne gültige Ausweisdokumente festgehalten wurden. Ich wollte mehr darüber erfahren. Also ging ich oft dort hin, um illegale Immigranten zu treffen, aber auch Ermittler und Polizisten. Ich entschied mich gegen einen Dokumentarfilm. Denn in einem fiktionalen Film gibt es mehr Spielraum, um die verschiedenen Blickwinkel und Filmfiguren tiefergehend zu erforschen. Ich wollte etwas Universelles schaffen. Außerdem wollte ich das Thema wie in einem psychologischen Thriller behandeln. Während ich das Drehbuch schrieb, dachte ich oft an 12 Uhr nachts- Midnight Express von Alan Parker, obwohl ich einen realistischen Film drehen wollte – auf der Grundlage detaillierter Forschung. In der Tat: Alle Begebenheiten im Film sind tatsächlich geschehen, zumindest einmal.“

Nach Illégal, drehte Masset Depasse 2015 den Fernsehfilm Le sanctuaire, der im Januar bei der FIPA (Festival International de Programmes Audiovisuels) in Biarrit präsentiert wurde.

Michele Marangi

 

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