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Eat Sleep Die (2012)

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3 min. and 44 sec.
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Eat, Sleep, Die (Originaltitel: Äta sova dö) ist Gabriela Pichlers erster Spielfilm aus dem Jahr 2012. Die schwedische Regisseurin wurde 1980 von Eltern bosnischer und österreichischer Herkunft geboren.

Es handelt sich um einen Film mit niedrigen Produktionskosten, der komplett mit nicht-professionellen Schauspielern und an Orten des täglichen Lebens der Regisseurin (inklusive ihres eigenen Zuhauses) gedreht wurde. Der Film verzeichnete sowohl bei Filmkritikern als auch beim schwedischen Publikum einen Riesenerfolg. Im Rahmen der Guldbagge 2012, des nationalen Filmpreises von Schweden, gewann Pichlers Film in vier bedeutenden Kategorien: bester Film, bester Regisseur, beste weibliche Hauptrolle und bestes Drehbuch. Aufgrund seines inhaltlichen Werts und den behandelten Themen, wurde der Film sogar bei einer Sondersitzung des schwedischen Parlaments vorgeführt. Im Rahmen der Critics‘ Week bei den Filmfestspielen von Venedig 2012 wurde er mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Und in Schweden kandidierte er in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“ für den Oskar, auch wenn er letztlich nicht in die engere Auswahl der Top 5 kam.

Gabriela Pichler ist mit dem Milieu und den Lebensgeschichten, die in ihrem Film beschrieben sind, sehr vertraut. Ihre Kindheit und Jugend hatte sie in einem Vorort von Stockholm verbracht. 2002 beschloss sie, ihren Vollzeitjob in einer Keksfabrik zu kündigen, und schrieb sich an der Filmschule in Göteborg ein. Dort drehte sie mehrere Kurzfilme. Der bedeutendste entstand in Zusammenhang mit ihrer Abschlussarbeit 2008: Skrapsär (Scratches). Er erzählt die Geschichte von Jugendlichen, die sich in ein heruntergekommenes Industriegebiet wagen, um dort zu leben oder einfach nur Zeit zu verbringen. Sie sind unentwegt auf der Suche nach Liebe, doch in der Angst, verletzlich zu sein, zeigen sie ihre Gefühle nur zögerlich. 2009 wurde Scratches mit dem schwedischen Guldbagge-Preis in der Kategorie „Kurzfilm“ ausgezeichnet. 2010 gewann er den Publikumspreis beim Internationalen Kurzfilmfestival in Uppsala, und wurde auf diversen internationalen Festivals gezeigt.

Bei der Filmpräsentation erklärte Pichler ihr kreatives Vorhaben: „Ich wollte einen Film über jenen Teil der Gesellschaft drehen, den ich immer geliebt habe, aber für dessen Zugehörigkeit ich mich manchmal schäme. Schweden tut sich schwer, mit dem eigenen Image in Bezug auf Immigration und politisches Asyl. Ich möchte an der Neudefinierung der nationalen schwedischen Identität teilhaben. Die Geschichte der Hauptfigur dreht sich um ihre Identität, und wie die Menschen sie sehen. Gleichzeitig repräsentiert sie die Erfahrung zahlreicher junger Menschen in einer Zeit der wirtschaftlichen Krise in Europa, die durch hohe Arbeitslosigkeit und wachsende gesellschaftliche Widersprüche gekennzeichnet ist. Gleichermaßen wichtig war für mich der Wunsch, eine persönliche Angelegenheit zu bewältigen, und eine Art der Beziehung zwischen Vater und Tochter darzustellen, die ich als Mädchen nie auf der Leinwand zu sehen bekam.“

Viele Kritiker vergleichen Pichler aufgrund ihres Regiestils mit den Brüdern Dardenne. Darauf ist die schwedische Regisseurin sehr stolz, da sie die beiden als Inspiration betrachtet. Claire Denis, Wong Kar-Wai und Milos Forman sind weitere Regisseure, die Pichler faszinieren und beeinflussen.

 

Michele Marangi

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